Marleen Reichenberg

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Über mich

Mein Drang zum Geschichtenerzählen begann in frühester Kindheit. Mit drei Jahren bekam ich einen kleinen Bruder, der mir begeistert zuhörte, wenn ich ihm aus einem (verkehrt herum gehaltenen) Kinderbuch Märchen vorgelesen habe, ohne auch nur einen einzigen Buchstaben zu kennen. Meine Verwandtschaft hat sich königlich darüber amüsiert und mir eine überschießende Fantasie bescheinigt.
Sobald ich lesen konnte, habe ich dann alles Gedruckte, was sich in meiner Reichweite befand, verschlungen, wurde eine eifrige Nutzerin unserer Pfarrbücherei und musste mich jedes Mal rechtfertigen, wenn ich pro Woche einen riesigen Stapel Bücher nach Hause trug. Die Mitarbeiterinnen wollten mir nicht glauben, dass ich so schnell lesen konnte. Meine Mutter hat mich rehabilitiert: „Meine Tochter liest die Bücher nicht, sie verschlingt sie.“ (Tja, Mama, von wem ich das wohl habe?)
Klar, dass Deutsch mein Lieblingsfach war und ich mit Leidenschaft Aufsätze verfasste.

Mit zehn Jahren wurde ich zur Siegerin eines Kindererzählwettbewerbs unserer Tageszeitung gekürt und hielt stolz meine in der Zeitung abgedruckte Geschichte mit dem unglaublich tiefsinnigen Titel „Die Kuh, die fliegen lernte“ in der Hand. Und in diesem Moment wurde mir klar: Ich werde Schriftstellerin! Meine Großmutter, eine herzensgute, aber sehr pragmatische Frau, erklärte mir zu diesem Vorhaben kurz und bündig, das sei keine gute Idee. Ich solle lieber „was G`scheits“ lernen, denn Bücher zu schreiben wäre eine „brotlose Kunst“. Damit könne man kein Geld verdienen … Leider hat sie – zumindest auf dieser Welt – nicht mehr mitbekommen, dass sie sich damit geirrt hat.

Ich habe ihr damals allerdings geglaubt, meinen kindlichen Berufswunsch verdrängt und mich weiterhin auf das bloße Konsumieren von Romanen beinahe jeglichen Genres konzentriert. Daneben habe ich die Schule beendet und mich danach für ein Jura-Studium entschieden, in welchem mir meine Fähigkeit, schnell und viel lesen zu können, zugutekam. Allerdings war dieser Lesestoff gewöhnungsbedürftig, weil doch sehr speziell und trocken formuliert.

Den Bogen von der „seriösen“ Juristin zur Liebesromanautorin habe ich auf eher ungewöhnliche und unfreiwillige Weise geschlagen. Mittlerweile habe ich sieben Bücher veröffentlicht, eines davon wurde ins Englische übersetzt, und mein achter Roman befindet sich gerade im Lektorat (Stand September 2015).

 

Wie ich zum Schreiben kam oder:
Wie ich aus Zitronen Limonade machte

Zum Bücher schreiben bin ich auf eher ungewöhnliche Art und Weise gekommen. Kurz vor meinem zweiten juristischen Staatsexamen lernte ich meinen Mann kennen und lieben. Ich beendete mein Studium, heiratete, arbeitete als Rechtsanwältin und bekam das erste meiner beiden Kinder. Ich fühlte mich rundum gut, wurde erneut schwanger und hatte eine Menge Zukunftspläne, bis mir das Schicksal in einer Januarnacht dazwischenfunkte. Innerhalb weniger Minuten wurde ich zu einem schwerbehinderten Pflegefall, konnte nicht mehr richtig sprechen und war lange Zeit völlig von anderen abhängig. Meine Familie, allen voran mein Mann, hat mich in dieser Zeit in jeder Hinsicht unterstützt und den Spruch „In guten wie in schlechten Zeiten“ Wahrheit werden lassen.

Jahre später, nachdem ich mich wieder einigermaßen ins normale Leben zurückgekämpft hatte, erklärten mir immer mehr Leute, ich solle meine Geschichte aufschreiben. Allerdings hatte ich keine Lust, eine tränendrüsendrückende Biografie zu verfassen. Aber es reizte mich, darüber zu schreiben, wie es sich anfühlt, wenn das Leben plötzlich völlig auf den Kopf gestellt wird und man gezwungen ist, die elementarsten Dinge neu zu lernen.
So entstand mein erster Roman „Zitronenlimonade“. Die Protagonistin, Christina, hat allerdings mit mir nur die Erkrankung samt Symptomen, ihren Galgenhumor sowie den Willen, wieder auf die Beine kommen zu wollen, gemeinsam. Der Rest ist Fiktion.

Ein paar Leserinnen haben das Happy-End bemängelt. Aber die Liebesgeschichte im Buch ist, in leicht abgewandelter Form, tatsächlich einer meiner Leidensgenossinnen während ihres Reha-Aufenthaltes widerfahren. Die beiden sind immer noch glücklich miteinander verheiratet. Es gibt sie tatsächlich, diese unwahrscheinlichen Zufälle im Leben, oder wie ich es nenne, das Glück im Unglück.

Als ich das Manuskript beendet hatte, wollte ich es eigentlich an diverse Verlage senden. Aber genau zu dieser Zeit, im Sommer 2012, erfuhr ich von der relativ neuen Möglichkeit, bei Amazon selbst Bücher in Form eines E-Books verlegen zu können. Ich habe niemandem – nicht einmal meiner Familie – davon erzählt, ein Cover entworfen und das Buch hochgeladen. Ich war vollkommen überrascht und überwältigt davon, dass es bereits am ersten Tag nach Erscheinen zahlreiche Käufer fand und plötzlich in der Bestellerliste sehr weit vorne zu finden war. Wildfremde Menschen lasen die Geschichte, schickten mir Mails und verfassten positive Rezensionen.
Seitdem habe ich nicht mehr aufgehört, zu schreiben.

Die Zäsur in meinem Leben war hart, aber unglaublich lehrreich für mich und hat letztendlich dazu geführt, dass ich mir meinen Kindheitstraum, Autorin zu werden, doch noch erfüllt habe. Ansonsten würde ich vermutlich heute noch die Streitigkeiten anderer per Schriftsatz oder vor Gericht ausfechten …

Außerdem habe ich daraus folgende Erkenntnisse und Fähigkeiten gewonnen:

  • An Krücken zu gehen ist um ein Vielfaches besser als im Rollstuhl zu sitzen. Oder anders ausgedrückt: Lieber schlecht gelaufen als gut gefahren 🙂
  • Hausarbeit, insbesondere Kartoffeln zu schälen und dreckiges Geschirr abzuspülen, kann ungeheuren Spaß machen, wenn man dazu endlich wieder in der Lage ist und beide Hände benutzen kann
  • Ich jammere nie mehr über Muskelkater
  • Ich bleibe bei vielem, was andere auf die Palme bringt, gelassen oder kann sogar darüber lachen
  • Ich hasse nichts und niemanden, das raubt nur Energie
  • Ich vergeude meine kostbare Zeit auf dieser Erde nicht mit Streitereien und Diskussionen – Leben und leben lassen ist meine Devise
  • Ich habe gelernt, mich auf die positiven Dinge in meinem Leben zu konzentrieren, dafür dankbar zu sein und nichts als selbstverständlich hinzunehmen. Das klingt vielleicht sehr abgeklärt, aber glaubt mir, der Weg hin zu dieser „Weisheit“ war unendlich lange, steil und steinig.

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Meine Bücher

Ich schreibe Gegenwartsliebesromane, Geschichten, die tatsächlich passiert sein könnten, und lasse in einigen Büchern bewusst Menschen mit Handicap eine Rolle spielen. Die Ideen zu meinen Geschichten kommen mir ganz spontan. Ich höre oder lese irgendetwas, stelle mir die Frage „Was wäre wenn?“ und dann entstehen vor meinem inneren Auge die Protagonisten und der Plot. Ich schreibe drauflos, lasse meine Figuren „von der Leine“ und freue mich als unverbesserliche Optimistin darüber, wenn nach vielen Dramen und Verwicklungen alles gut ausgeht …

Die Idee zu meinem zweiten Roman „Mein bist Du“, der neben einer Liebesgeschichte auch Thriller-Elemente enthält, kam mir während eines Südfrankreichurlaubs. Wir waren mit dem Auto auf dem Cap d´ Antibes unterwegs, als plötzlich direkt vor uns eine zierliche rothaarige Frau, die aus einer der Villen an der Uferstraße kam, mit sorgenvoller Miene über die Straße in Richtung Klippen lief. Die Geschichte von Nicole hat sich dann beinahe völlig von selbst geschrieben.

Beim dritten Buch, „So unerreichbar nah“, habe ich eine humorvolle Geschichte über eine junge Psychologin verfasst, die sich in den neuen Freund ihrer besten Freundin verliebt und krampfhaft versucht, rational gegen diese Gefühle anzugehen.

Es folgten „In zweiter Instanz“, und, nach dem hautnah miterlebten Liebeskummer einer Freundin, „Unvollständig – Missing You“. Kurz nach der Veröffentlichung bekam ich einen Anruf vom Verlegerteam von Amazon Publishing. Sie haben „In zweiter Instanz“ gekauft und als E-Book, Taschenbuch und Hörbuch herausgebracht.
Mein nächstes Manuskript, „Novemberhimmel“, wurde ebenfalls über den amazoneigenen Verlag veröffentlicht und sogar ins Englische übersetzt. Ich bin dankbar und glücklich darüber, dass „November Sky“ auf amazon.com lange unter den Top Tausend war und auch jetzt noch, zwei Monate nach Erscheinen, gemessen an der enormen Konkurrenz auf dem amerikanischen Markt, gut läuft. Es ist ein seltsames, erhebendes Gefühl, sein eigenes Buch in einer anderen Sprache zu lesen.

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Bei jedem Buch, das ich veröffentliche, fiebere ich aufs Neue, bin total nervös und frage mich, wie die Geschichte bei den Lesern ankommen wird. Das war auch bei „Alles andere als Liebe“ im März 2015 nicht anders. Die Top Ten der Amazon-E-Books habe ich bereits mit einigen Büchern erreicht. Aber das schönste Ostergeschenk meines Lebens war für mich dann Rang zwei in den allgemeinen Top Hundert. Ich habe über die Feiertage im absoluten Ausnahmezustand gelebt …
Derzeit befindet sich mein nächstes Manuskript im Lektorat, das Cover steht und ich gehe davon aus, das Buch im Oktober 2015 veröffentlichen zu können.

Kontaktdaten

Ich bin, was Eigenwerbung und Selbstdarstellung angeht, eher der zurückhaltende Typ und habe bis vor einem Jahr eigentlich nur geschrieben und veröffentlicht. Erst Ende 2014 habe ich auf Anraten meines Verlages ein Facebook-Konto eröffnet. Neben der Erkenntnis, auf dieser Plattform bei undiszipliniertem Verhalten unendlich viel Zeit zu vertrödeln ;-), schätze ich den unkomplizierten, herzerwärmenden Kontakt zu meinen Lesern und anderen Autoren.
Dass ich nun Mitglied des Autorensofas bin und zusammen mit 41 erfolgreichen Kolleginnen und Kollegen auf einem eigenen Messestand in Frankfurt und auch im kommenden Jahr in Leipzig anzutreffen bin, wäre ohne Social Media ebenfalls nicht möglich gewesen. Ich freue mich riesig auf die Frankfurter Buchmesse, auf nette und inspirierende Gespräche und Begegnungen.
Ihr findet mich und meine Bücher auch hier auf dem Sofa.

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auf meiner Facebook-Seite, auf meiner Website und auf amazon.

admin-sofa

One Comment

  1. Ich hatte diese Autorenvorstellung, zumindest größtenteils, verpasst. Gut, dass sie hier noch einmal im Zusammenhang erscheint. Marleen, Dein Schicksal ist berührend aber zugleich mutmachend. Meinen Respekt hast Du, auch dafür, wie offen Du damit umgehst. Zu Deinen gewonnenen Kenntnissen und Fähigkeiten (s.o.) kann ich nur beipflichten, hat man plötzlich für selbstverständlich gehaltene Fähigkeiten verloren, lernt man, wie dankbar man sein sollte, wenn es einem gut geht. Schwierig ist, das nicht zu vergessen, sobald es einem wieder gut geht (sicher ist bei Gefahr bei einem so großen Schicksalsschlag eher gering, aber bei kleineren Einschränkungen verdrängt man das leider schnell wieder).
    Ich lese sehr gerne Liebesromane (und Fantasy) und beteilige mich privat an Eurer Lesechallenge, bisher habe ich allerdings noch kein Buch von Dir gelesen, deshalb habe mir erst einmal die „Zitronenlimonade“ gekauft. Ich bin gespannt.
    Liebe Grüße Vero

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